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Billardsport und die Mangelwirtschaft in der DDR

Es war nicht einfach, in der Zuteilungs- und Mangelwirtschaft der DDR die immerhin solventen Kunden zufriedenzustellen. Auch bei Billard-Krausse in Karl-Marx-Stadt stand man damals Schlange und Beziehungen waren alles. Doch die Zeit der DDR hatte auch ihre positiven Seiten. Nur zwei Fernsehprogramme, keinen Computer, keine Automaten ließen den Menschen Raum und Zeit, sich gesellschaftlich zu betätigen. Fast jeder Bürger, ob jung oder alt, war in einem Sportverein organisiert. Finazielle Sorgen kannte man nicht, da die so genannten Betriebssportgemeinschaften von Trägerbetrieben unterstützt wurden. Auch der Billardsport, insbesondere das Kegelbillard, erlebte einen großen Zulauf. Herr Ritscher, selbst Sportler, hatte das Herz am rechten Fleck. So wurde das wenige gute Material für die aktiven Sportfreunde in den Betriebssportgemeinschaften reserviert und mit dem weniger gutem Material wurden dann eben diverse Staatsorgane „zufriedengestellt“, welche ja schließlich für den Mangel mit verantwortlich waren. Das war Zivilcourage auf Sächsisch.

Die breite sportliche Betätigung in der DDR wirkt nachhaltig bis heute. Die Billard-Kegler, obgleich nur in Sachsen und Brandenburg aktiv, stellen heute noch mehr aktive Mitglieder, als Pool, Snooker und Carambolage deutschlandweit. Auch pflegt man im Billardsport bis heute die guten alten Traditionen von Turnvater Jahn. So werden die Gäste mit flammenden Reden und Schlachtrufen wie „Gut Holz“ begrüßt und verabschiedet.